Spitzwegerich
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Spitzwegerich Plantago lanceolata
Wegerichgewächse - Plantaginaceae
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Herkunft
„Und du, Wegebreit, Mutter aller Kräuter, bist nach Osten hin offen und im Innern von großer Heilkraft. “ (aus der „Lacnunga“, 9. Jahrhundert)
Der Spitzwegerich stammt ursprünglich aus Europa, hat sich aber inzwischen fast weltweit angesiedelt. Die Samen bleiben an Schuhsohlen, Tierhufen und Reifen kleben und verbreiten sich so über große Entfernungen. In Nordamerika verbreitete sich der Wegerich mit den europäischen Siedlern und wurde von der indigenen Bevölkerung bezeichnend als“ Fußtritt der Bleichgesichter“ bezeichnet, denn sie glaubten, dass Wegerich nur da wächst, wo ein europäischer Fuß die Erde berührt hatte.
Anbau und Pflege
Spitzwegerich ist eine ausdauernde Pflanze und hat keine besonderen Ansprüche an den Boden. Er wächst auf und an Wegen, im Rasen und zwischen Wegplatten. Er bevorzugt frische humose Böden und mag keine Staunässe. Man kann ihn leicht aussäen.
Ernte
Die beste Sammelzeit für die Blätter ist von April bis Juni vor der Blüte. Die Blätter sind zu einem späteren Zeitpunkt oft zäh und bitter. Man kann die frischen Blätter wie Spinat zubereiten und essen oder auch zu Heilzwecken verwenden. Die Blätter können auch für Tees getrocknet werden. Die Blütenknospen können ebenfalls gegessen werden. Der Geschmack erinnert an Champignons. Die reifen Samen können in Brot eingebacken werden.
Verwendete Teile
Blätter
Inhaltsstoffe
Glykoside, v a Aucubin, Schleimstoffe, Saponine, Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide, Kieselsäure, Kalium, Zink
Wirkung
Erweitert die Bronchien löst Sekret, fördert Auswurf
Reizmildernd durch Schleimstoffe, zusammenziehend, entzündungshemmend, wundheilungsfördernd
Abwehrstärkend, wirkt gegen Bakterien, aber nur der frische Saft und der Kaltauszug
Magenberuhigend
Indikationen
Erkältungskrankheiten der Atemwege mit trockenem Reizhusten, fiebrige Bronchitis
Entzündungen im Mund-Rachen-Raum, Entzündungen der Haut oder Schleimhaut
Verdauungsbeschwerden durch Übersäuerung, Blutreinigung
Insektenstiche
Anwendung
Tee, Kraut, Tinktur, Extrakte, Presssaft, Saft aus frisch gepflückt und gepressten Blättern
Dosierung
Mittlere Tagesdosis 3-6g (entsprechend der Monographie der Kommission E)
Nebenwirkungen
Kann selten zu Kontaktallergien führen
Wechselwirkungen
Keine bekannt
Kontraindikationen
Allergie, Überempfindlichkeit, Unverträglichkeit von Spitzwegerich oder Wegerichgewächsen
Grundrezepte
Tee 1 1-2 TL Blätter mit ¼ l kochendem Wasser übergießen, nach 15 Minuten abseihen. 2-3 Tassen täglich
Tee 2 1-2 TL Blätter in ¼ l kaltem Wasser ansetzen, 5-8 Stunden ziehen lassen, ab und zu umrühren, ev. kurz aufkochen, abseihen.
2-3 Tassen täglich
Saft Frische Blätter im Mörser verreiben, etwas Wasser dazugeben, nur kurz aufkochen lassen, nicht abseihen, erkalten lassen und reichlich Honig dazugeben, bei akuten Erkrankungen jede Stunde 1TL Saft bis zur Besserung
Frische angedrückte Blätter auf Insektenstiche legen zur Beruhigung und Heilung
Literatur
Erfahrungen
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